"Das Fundament der Kunst - Die Skulptur und ihr Sockel seit Alberto Giacometti" - eine Ausstellung zur Entwicklung des Sockels im 20. Jahrhundert.
Erstmals wird die Entwicklung des traditionellen skulpturalen Unterbaus, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts entscheidende Wendungen erfährt, in einer großen Schau beleuchtet. Als monumentalisierendes Postament hatte der Sockel seit der frühen Antike über zahlreiche Epochen hinweg fast ausschließlich dienende Funktionen inne. Erst Rodin und Brancusi beschäftigten sich mit diesem traditionell nachgeordneten, scheinbar nebensächlichen Element und öffneten ihm neue Perspektiven und Räume: Das schließt die Befreiung von einem gängigen Formenkanon und einer bestimmten Dimensionierung, aber auch die grundsätzliche Infragestellung seiner Existenz ein. Der Sockel entfaltet im Verlauf des 20. Jahrhunderts, insbesondere in der zweiten Hälfte, ein formales und inhaltliches Spektrum, an dem viele wichtige Schritte der Geschichte der Skulptur bis in die Gegenwart sichtbar werden.
Die Ausstellung hat das Ziel, die enorme Vielfältigkeit, welche das plastische Fundament seit Alberto Giacometti erlebt, einem breiten Publikum nahe zu bringen. Anhand von verschiedenen künstlerischen Positionen wird das Thema in all seinen stilistischen Ausprägungen beleuchtet. Beginnend in der Mitte des 20. Jahrhunderts bei Alberto Giacometti (1901-1966) und Piero Manzoni (1933-1963) wird der Blick vor allem auf die aktuelle Skulptur gerichtet: Mehr als 50 national und international renommierte Künstler veranschaulichen, wie vielfältig sich "Figur“ und Sockel begegnen. Die Ausstellung zeigt, wie der Sockel zunehmend von gängigen Vorstellungen befreit wird und eigene gestalterische Möglichkeiten beansprucht. Der Bogen wird dabei vom repräsentativen Sockel am Ende des 19. Jahrhunderts über die Minimierung und die ironische Paraphrase bis hin zu einer erneuten Überdimensionierung gespannt, ebenso von den traditionellen Gestaltungen über die Integration in das plastische Konzept bis hin zur Verselbständigung als plastisches Element.
Die Ausstellung wird gezeigt in den Städtischen Museen Heilbronn, anschließend im Gerhard-Marcks-Haus Bremen und im Arp Museum Bahnhof Rolandseck.