Ausgezeichnet mit dem Bodensee-Literaturpreis der Stadt Überlingen 2001.
Die schwäbisch-alemannische Fasnet mit ihrer schier unerschöpflichen Vielfalt an Traditionsfiguren und Maskengestalten, mit ihren alten Überlieferungen und neuen Entwicklungen, ihren festen Formen und strengen Regeln ist alljährlich das große Brauchereignis im deutschen Südwesten. Ganze Städte verwandeln sich in Narrennester. Tausende schlüpfen in Häs und Larve, Zehntausende kommen als Besucher, und Hunderttausende verfolgen im Fernsehen die großen Umzugsübertragungen. Die Fasnet floriert wie nie zuvor. Neben den historischen Zünften in den Hochburgen entstehen Jahr für Jahr neue Narrengruppen, und ein Ende des Booms ist nicht abzusehen.
Dieser Textbildband bietet eine umfassende Gesamtdarstellung der schwäbisch-alemannischen Fasnet, mit der Autor und Verlag einem vielfach geäußerten Wunsch entsprechen. Reich bebildert mit faszinierenden Farbfotos, wissenschaftlich fundiert und dennoch unterhaltsam geschrieben, darf dieses Buch den Anspruch erheben, ein Standardwerk zu sein.
Der historische Teil führt auf der Grundlage des aktuellen Forschungsstandes zu den ideengeschichtlichen Wurzeln und zur konkreten Entwicklung der Fasnet vom Mittelalter bis zur Gegenwart, wobei auch neueste Erscheinungen wie etwa die Darstellung der Fasnet in Fernsehen und Internet nicht zu kurz kommen.
Der systematische Teil beschreibt und erläutert detailliert das Typenrepertoire der Fasnetsgestalten und bietet einen breiten Überblick über alle terminlichen Stationen des Fasnetsablaufs samt ihren jeweils wichtigen Brauchformen.
Der geographische Teil vermittelt anhand einer Fülle von Bildbeispielen einen ebenso informativen wie ästhetischen Eindruck von der bunten Figurenwelt der verschiedenen Fastnachtslandschaften mit ihren regionaltypischen Besonderheiten einschließlich internationaler Vergleiche.
Prof. Dr. Werner Mezger, geboren 1951 in Rottweil. Studium der Germanistik, Geschichte und Empirischen Kulturwissenschaft/Volkskunde an der Universität Tübingen. 1975 Staatsexamen und Promotion. Von 1976 bis 1996 Schuldienst, zuletzt Studiendirektor am Gymnasium Hechingen. Daneben Lehrtätigkeiten in Volkskunde an den Universitäten Augsburg, Bamberg, Freiburg, Tübingen und Zürich. 1989 Habilitation. Seit 1996 ordentlicher Professor für Europäische Ethnologie/Volkskunde an der Universität Freiburg und Direktor des Freiburger Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde.