Die Disteln brennen. Memed II.   Kemal, Yasar

Die Disteln brennen. Memed II.

Ali Safa Bey ist süchtig nach der schweren, schwarzen, fruchtbaren Erde der Ebene von Anavarza. Durch Betrug, Feuer und Mord, mit Hilfe der Polizei, des Gouverneurs und der ganzen Staatsmacht hat er die fruchtbarsten Böden schon in seinen Besitz gebracht. Nur die Bauern des Dorfes Vayvay leisten noch Widerstand. Aber auch sie müssen sich schliesslich beugen - der grausame Terror und Hass des übermächtigen Grundbesitzers droht über sie hereinzubrechen. Da klopft eines Tages ein abgerissener, ausgehungerter Fremdling an die Türe des alten Osman. Es ist Memed, der legendäre Räuber und Rebell, der in seinem Dorf Unterschlupf sucht. Nun beginnt sich alles zu verändern in Vayvay, Schritt für Schritt leisten die Bauern wieder Widerstand. Sie ahnen, dass ihnen eine mächtige, unfassbare Kraft zur Seite steht. Und als es schließlich zum offenen Aufstand kommt, hat sich auch Memed verändert: Er musste lernen, dass auch der größte Held nichts ausrichtet, wenn er einsam bleibt.
Der erste Band "Memed, mein Falke", erschienen 1955, ist zu einem der meistgelesenen Büchern in der Türkei und zu einem Klassiker der Weltliteratur geworden. Die weiteren, in sich abgeschlossenen Bände sind Die Disteln brennen, Das Reich der vierzig Augen und Der Letzte Flug des Falken (auch als Kassette lieferbar). Yasar Kemal wurde 1923 in einem Dorf in Südanatolien geboren und wuchs in großer Armut auf. Als einziges Kind in seinem Dorf lernte er Lesen und Schreiben, um seine Geschichten, die er seiner Mutter erzählte, niederschreiben zu können und sie nicht zu vergessen. Er erblindete auf dem rechten Auge. Kemal arbeitete in vielen Berufen, unter anderem als Tagelöhner auf dem Feld, als Hirte, Schuhmacher und Fabrikarbeiter, in seiner Jugend auch als Straßenschreiber. Für Bauern, die nicht Lesen und Schreiben konnten, verfasste er Briefe, Bittschriften und Dokumente. Später durchstreifte er als Journalist einige Jahre lang die Türkei. Er schrieb über die Armut, den Hunger, die Dürre, die Ausbeutung durch feudale Großgrundbesitzer. Seine ersten Erzählungen erschienen in der türkischen Zeitung Cumhurriyet. Noch nie waren solche Berichte in der türkischen Presse veröffentlicht worden. Einige führten sogar zu Debatten in der Nationalversammlung. Infolge des Militärputsches 1971 kam Kemal wegen seiner Mitgliedschaft in der sozialistischen Arbeiterpartei der Türkei ins Gefängnis. Mit seinem Roman „Memed, mein Falke“ wurde er 1955 auf einen Schlag zu einem der meistgelesenen Schriftsteller der Türkei. Yasar Kemal erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1997 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

Ausgabe: Taschenbuch. 400 Seiten. 12 x 19.
Auflage: 8. Auflage
ISBN: 978-3-293-20012-8
Verlag: Unionsverlag 1991

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