Es gibt kaum ein Land, mit dem die Deutschen so viel zu tun haben. Fast drei Millionen Türken oder Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund leben in Deutschland. Jedes Jahr verbringen Millionen Bundesbürger in der Türkei ihren Urlaub, und knapp 50000 Deutsche leben längerfristig als Rentner an der türkischen Riviera oder als Mitarbeiter internationaler Firmen in Istanbul. Und doch bestimmen immer noch Klischees und Vorurteile die deutschen Vorstellungen von der Türkei. Es ist an der Zeit, dies zu ändern. Ist das Land zwischen Bosporus und Ararat wirklich ein muslimisches Land? Wie lebt eine türkische Familie, was unterscheidet das Familienleben in Deutschland von dem in der Türkei? Welche Probleme bestimmen den türkischen Alltag in Beruf, Schule und Freizeit? Wie ist es um die Demokratie, die Rechte der Frauen und die Meinungsfreiheit bestellt? Diesen und ähnlichen Fragen geht Jürgen Gottschlich nach, der seit zehn Jahren als Korrespondent in Istanbul lebt. Er gibt Einblicke in die Geschichte und Gegenwart eines modernen Landes voller Gegensätze und mit vielen Gesichtern, eine längst überfällige Korrektur des Bildes, das die Deutschen von der Türkei haben.
Jürgen Gottschlich, Jahrgang 1954, Studium der Philosophie und Publizistik in Berlin, 1979 Mitbegründer der taz, bis 1993 dort als Journalist tätig, vor allem in der Außenpolitik, zuletzt als stellvertretender Chefredakteur, ab 1980 regelmäßig Reportagereisen.