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Stolleis, Michael

Der menschenfreundliche Ton. Zwei Dutzend Geschichten von Johann Peter Hebel mit kleinem Kommentar.

Insel 2004 Artikelnummer: 90947

Scheinbar harmlos und provinziell kommen Hebels Geschichten daher. Doch sein oberrheinischer Erfahrungsraum ist nur das Fenster für die Welt, in der Christen, Juden und Muslime gleichermaßen Platz haben.

Klappenbroschur 14 x 21,5
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Johann Peter Hebel (1760 - 1826) ist ein Meister der deutschen Sprache. Goethe, Jean Paul und Kafka, Walter Benjamin, Ernst Bloch, Elias Canetti und viele andere haben beglaubigt, was jede neue Lektüre seiner Geschichten und Anekdoten bestätigt. Zum Klassiker wurde Hebel durch die Kalendergeschichten und Aufsätze des Rheinischen (später: Rheinländischen) Hausfreundes. Die Spannungsbögen seiner Sprachartistik überbrücken Abgründe, erinnern an Kleists Anekdoten. Scheinbar harmlos und provinziell kommen seine Geschichten daher. Doch sein oberrheinischer Erfahrungsraum ist nur das Fenster für die Welt, in der Christen, Juden und Muslime gleichermaßen Platz haben. Sein Kalender umfaßt das ganze Leben, das Wachsen und Gedeihen, das Altern und den Wechsel der Generationen. Vom "Kosmopolitismus seiner Schauplätze" spricht Walter Benjamin: "Moskau und Amsterdam, Jerusalem und Mailand bilden den Horizont eines Erdkreises, in dessen Mitte - von Rechts wegen - Segringen, Brassenheim, Tuttlingen liegen." Michael Stolleis hat Hebel neu gelesen und in seinen Geschichten eine erstaunliche Aktualität entdeckt. Und was immer noch anrührt, ist der menschenfreundliche Ton, der voraussetzt, daß es alle Arten von Menschen gibt, die mit- und nebeneinander leben können. 
Michael Stolleis, geboren 1941, Balzan-Preisträger 2000, ist seit 1975 Professor für Öffentliches Recht, Neuere Rechtsgeschichte und Kirchengeschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a. M. und seit 1991 Direktor am dortigen Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte.